Vortrag von Prof. Dr. Werner Aeschbach (Universität Heidelberg) | Einlass: 18:30 Uhr
Die lange vorhergesagte globale Erwärmung schreitet mittlerweile unübersehbar voran mit Hitzewellen, Dürren, Waldbränden, Überschwemmungen, schwindenden Gletschern und vielem mehr. Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurden internationale Ziele für die maximale Erwärmung definiert. Aus der Klimaphysik ergibt sich, dass diese Ziele nur mit einer raschen und vollständigen Dekarbonisierung der gesamten Wirtschaft zu erreichen sind.
Die dafür benötigten Technologien sind bekannt und global im Vormarsch. Die Machbarkeit einer globalen Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird immer deutlicher, ebenso wie ihre vielfältigen Vorteile weit über das Klimaproblem hinaus. Dennoch verläuft die Transformation bisher zu langsam, um die gesteckten KIimaziele zu erreichen. Sie wird noch immer als riesige Herausforderung anstatt als Zukunftschance verstanden, nicht zuletzt weil mächtige Interessen sie bekämpfen.
Der Vortrag versucht, einen kompletten Überblick über das Thema Klimawandel zu geben. Von den längst bekannten Grundlagen der Klimawissenschaft über den aktuellen Stand der Forschung und der Beobachtungen im Klimasystem bis hin zu den aktuellen Entwicklungen im Bereich der klimaneutralen Technologien und den politischen Konflikten um die Transformation zu einer nicht nur bezüglich Klima nachhaltigen Wirtschaft.
Prof. Dr. Werner Aeschbach hat an der ETH Zürich Physik studiert und 1994 in Umweltwissenschaften promoviert. Er forschte am Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University, New York und am Schweizer Wasserforschungsinstitut Eawag, bevor er 2003 eine Professur am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg antrat, wo er heute den Forschungsbereich „Aquatische Systeme“ leitet. Von 2012 – 2017 war er Direktor des interdisziplinären Heidelberg Center for the Environment (HCE), derzeit ist er Sprecher der Heidelberg Graduate School for Physics (HGSFP). Seine Forschungsgebiete umfassen physikalische Prozesse in Seen und Grundwasser sowie Paläoklima, Ozean- und Eisforschung, wobei er insbesondere Isotopenmethoden nutzt und weiterentwickelt.