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Stadt der Bücher

Heidelberg ist UNESCO City of Literature

UNESCO City of Literature

Es vergeht kaum ein Tag ohne literarische Veranstaltung, kein Sommer ohne das Literaturfestival Heidelberger Literaturtage, kein Jahr ohne literarische Preisträger. Ein Blick in die lebendige Autoren-, Übersetzer- und Theaterszene zeigt die hohe literarische Produktivität in der Neckarstadt. Auch für die Zukunft setzt Heidelberg alles daran, Literatur zu stärken. Seit 1. Dezember 2014 ist die Stadt offizielles Mitglied im "UNESCO Creative Cities Netzwerk" als "UNESCO City of Literature".

1458

Der Humanist Peter Luder hält eine lateinische Laudatio auf Heidelberg, die heute als die älteste Beschreibung der Stadt gilt.

1563

Heidelberg wird zu einem Zentrum des Calvinismus. Der "Heidelberger Katechismus" wird verfasst.

1619/1620

Martin Opitz widmet Heidelberg einige Sonette und schreibt das Vorwort zu seinem "Buch von der deutschen Poeteray" (1624) - die erste deutsche, für das Barock richtungsweisende Poetik.

1693

Der Pfälzische Erbfolgekrieg entbrennt, infolgedessen die Türme und Mauern des Heidelberger Schlosses von den französischen Truppen gesprengt werden.

1764

Das Schloss brennt nach zwei Blitzeinschlägen erneut nieder und prägt von da an - vorerst noch unbeachtet - als Ruine das Stadtbild.

1783-1787

Adolph Freiherr Knigge, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung, lebt als Theaterkritiker in Heidelberg.

1800

Friedrich Hölderlins "Heidelberg-Ode", eine literarische Liebeserklärung an die Stadt. Die Augen auf Stadt und Landschaft gerichtet, beschwört er einen kunstvoll strukturierten poetischen Raum herauf, in welchem sich Topographie und innere Welt in perfektem Einklang befinden. Der "Mythos Heidelberg" findet in dieser Zeit des Schreibens seinen ersten poetischen Höhepunkt.

1804-1808

Clemens Brentano und Achim von Arnim kommen in Heidelberg an. Die Romantiker übernehmen Heidelberg als Literaturstadt im universalen Sinne.

1814/1815

Goethe besucht Heidelberg auf Einladung der Brüder Boiserée und studiert ihre Sammlung altdeutscher und niederländischer Tafelbilder des Mittelalters.

1817

Jean Paul besucht Heidelberg und wird mit einem Ehrendoktortitel der Universität ausgezeichnet.

1849

In seinem Gedicht "Alte Brücke" verknüpft Gottfried Keller eine schmerzhafte persönliche Erfahrung mit dem visuellen Eindruck der alten Brücke.

1851/1852

Joseph Viktor von Scheffel (1826–1886) schreibt sein Gedicht "Alt-Heidelberg, Du feine"

1855

Kaum ein Dichter formte das heutige Bild Heidelbergs als Stadt der Romantik mehr aus als Joseph von Eichendorff mit seinem Alterswerk: Im zurückschauenden, aus der zeitlichen und räumlichen Ferne die Stadt idealisierenden Blick beschwört Eichendorff 1855 in den Anfangs- und Schlussstrophen seines erzählenden Gedichts „Robert und Guiscard“ das Gefühl vergangener Tage. Heidelberg wird zum märchenhaft romantischen Sehnsuchtsort der unbeschwerten Jugend erhoben.

1880

Heidelberg wird als touristisches Reiseziel entdeckt. Mark Twains Enthusiasmus schlägt sich in seinem Reisebericht "A Tramp Abroad" nieder.

1901

Wilhelm Meyer-Förster verarbeitet das Material in seinem Stück "Alt Heidelberg", einer bittersüßen Romanze im Heidelberger Studentenmilieu, die im November 1901 in Berlin Premiere feierte.

1911

Heidelberg ist ab diesem Jahr Stefan Georges wichtigste Wirkungsstätte. Seine geistige Präsenz reicht weit über die Stadt hinaus und lebt in seinen "Jüngern" noch Generationen weiter.

1912

Der vielgerühmte "Heidelberger Geist" ist wesentlich mit einer weiteren intellektuellen Zentralfigur dieser Jahre verbunden: Der Kultursoziologe Max Weber und seine Frau, die Frauenrechtlerin Marianne Weber, laden ab 1912 zum sonntäglichen Jour fixe ein, bei dem Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler zum offenen Gespräch zusammenkommen.

1918-1933

In der Weimarer Republik gilt die Heidelberger Universität auch dank Professoren wie Karl Jaspers, Gustav Radbruch oder Alfred Weber als Hochburg des weltoffen-liberalen Denkens und als geistiger Magnet für Gelehrte und junge Studierende.

1920er-Jahre

Die Operetten-Version "The Student Prince" von Sigmund Romberg wird ein durchschlagend erfolgreiches Broadway-Musical und erfreut sich noch heute großer Beliebtheit. Der "Mythos Alt-Heidelberg" war damit erfunden- trotz großen Kitsch-Verdachts ist auch er eine Facette der Literaturgeschichte Heidelbergs.

1926

Die Heidelberger Schlossfestspiele werden ins Leben gerufen.

1933-1945

Die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten schnell einsetzende Gleichschaltung der Universität bringt ihr bald den Ruf einer “braunen Universität” ein. Zahlreiche Dozenten und Studierende werden wegen ihrer politischen Haltung oder ihrer jüdischen Herkunft vertrieben. Auch in Heidelberg werden am 17. Mai 1933 bedenkenlos Bücher auf dem Universitätsplatz verbrannt. Eine Gedenktafel am Ort des Geschehens erinnert mahnend daran.

1949

Hans-Georg Gadamer wird als Nachfolger von Karl Jaspers nach Heidelberg berufen.

1960er-Jahre

Die Protestbewegung der "68er Generation" scheint den "Mythos Heidelberg" zu dekonstruieren.

1970er-Jahre

Die linke alternative Szene innerhalb der Heidelberger Studentenbewegung sieht im Literarisch-Kreativen das Potential für einen gesellschaftlichen Aufbruch. Mit freier, unabhängiger Alternativkultur wollen die Akteure eine „Gegenöffentlichkeit“ zur etablierten Bürgerlichkeit schaffen.

1992

Die Heidelberger Hip Hop Gruppe Advanced Chemistry bringt ihre erste CD heraus.

1995

Das Deutsch-Amerikanische Institut organisiert den ersten Poetry Slam in Heidelberg.

2004

Die Schriftstellerin Hilde Domin wird zur Ehrenbürgerin ernannt.

2014

Seit 1. Dezember 2014 ist die Stadt offizielles Mitglied im "UNESCO Creative Cities Netzwerk" als "UNESCO City of Literature".

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Literaturstadt Heidelberg

Literatur ist in Heidelberg allgegenwärtig. Beim Spaziergang durch die Stadt findet man an jeder Ecke Buchhandlungen, Antiquariate, Verlage und Bibliotheken.

Literaturtage

Unbestrittener Höhepunkt im literarischen Veranstaltungskalender sind die Heidelberger Literaturtage, die seit 1994 alljährlich in der Heidelberger Altstadt im Spiegelzelt auf dem Universitätsplatz stattfinden. Seit 2015 schätzt sich die Literaturstadt Heidelberg zudem glücklich, im Literaturherbst Heidelberg alljährlich die Vielfalt der regionalen Literaturszene Autorinnen und Autoren und Verlagen, aber auch Schülerinnen und Schülern, Theatergruppen, Gästefühereinnen und -führern und vielen mehr zu präsentieren.

“Ich sah Heidelberg an einem völlig klaren Morgen, der durch eine angenehme Luft zugleich kühl und erquicklich war. Die Stadt in ihrer Lage und mit ihrer ganzen Umgebung hat, man darf sagen, etwas Ideales.”

Johann Wolfgang von Goethe, Tagebuch, 1797

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