Mit der Ausstellung "Fliedergarten" lenkt der Heidelberger Kunstverein die Aufmerksamkeit bewusst auf das grafische Werk von Silke Otto-Knapp (1970–2022). Der Fokus liegt dabei auf den Radierzyklen der in Osnabrück geborenen und in Los Angeles verstorbenen Künstlerin.
In ihren Gemälden, Gouachen und Drucken untersuchte Silke Otto-Knapp fortwährend die Schnittstelle zwischen der Theatralik gesellschaftlicher Räume – Landschaften, Gärten und, in ihrem Frühwerk, die neongeflutete Stadtansicht – und der ästhetischen Konstruktion konkreter Tanz- und Bühnenaufführungen. In letzteren schweben TänzerInnen durch die grautonigen und verwaschenen Bildflächen; mal silbern und schimmernd, mal matt, schattenhaft oder auf bloße Umrisse reduziert. Die standbildartig festgehaltenen Choreografien reichen von Soli und Paaren bis hin zu größeren, akribisch arrangierten Ensembles.