Edward Elgar: Cellokonzert e-Moll op. 85
Marcus Imbsweiler & Timo Jouko Herrmann
Edward Elgar, das ist der Komponist des Pomp and Circumstances-Marschs, Protokollant viktorianischer Größe und Feierlichkeit. Aber Elgar, das ist auch der Melancholiker, ein Mann voller Selbstzweifel, dessen Partituren voller Fragezeichen stecken können. Als Paradebeispiel hierfür darf sein Cellokonzert e-Moll gelten, begonnen im letzten Kriegsjahr 1918. Nicht nur die politischen Ereignisse schlugen sich in der Musik nieder, auch die Sorge um seine kranke Frau Alice und das Wissen um die Fragilität einer humanen Kultur. Und so ist das Werk wie von einem Firnis der Wehmut überzogen; ein Abschied, bei dem das Soloinstrument zur Stimme des Komponisten wird.
Zwei Enthusiasten der Musik tauchen mit dem Publikum tief und zugleich schwungvoll in die Werke ein: Marcus Imbsweiler veröffentlicht Romane, auch Erzählungen über Komponisten. Timo Jouko Herrmann ist Komponist, Violinist und Gastdirigent der Heidelberger Sinfoniker.