Türkei, Frankreich, Deutschland 2024 / Regie: Aslı Özge / 97 min / Faruk Özge, Aslı Özge u.a. / türk. Original mit deutschen Untertiteln / FSK: 12.
Faruk Özge, ein 90-jähriger Mann, gespielt von Faruk Özge, der sich selbst spielt, ist der Vater von Asli Özge, die die Regisseurin des Filmes Faruk (2024) ist und auch hier sich selbst spielt, als Regisseurin des Filmes Faruk (2024). Dieser Faruk Özge ist betroffen von dem Abriss seines Wohnblocks in Istanbul und besucht regelmäßig die Sitzungen der Gebäudeverwaltung, um dem entgegenzuwirken. Asli Özge, die mit ihrem Vater diese Sitzungen besucht und einen Dokumentarfilm darüber drehen will, um die brachiale Veränderung, die durch die Gentrifizierungspolitik der Stadt Menschen zugemutet wird, festzuhalten, richtet ihren Blick dabei immer mehr auf die Beziehung zu ihrem Vater. Ihr humorvolles Experiment ist auf der Berlinale 2024 aufgegangen und mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet.
Am 24.1. findet im Anschluss ein Filmgespräch mit Regisseurin Aslı Özge und Kameramann Emre Erkmen statt!
* * *
Als die Filmtage des Mittelmeeres 1986 in noch recht bescheidenem Umfang und mit Unterstützung aus Montpellier aus der Taufe gehoben wurden, war natürlich noch nicht abzusehen, welch bedeutende Rolle sie heute, 40 Jahre später, für das Montpellier-Haus und das Karlstorkino spielen - zumal das Karlstorkino zu diesem Zeitpunkt selbst noch beinahe zehn Jahre brauchte, um sich zu gründen! Seitdem wurden gemeinsam unzählige Filme gezeigt, Regisseure aus dem gesamten Mittelmeerraum an den Neckar eingeladen, zusammen gelacht, getanzt, diskutiert und geweint.
Diese 40 Jahre wollen also gebührend gefeiert werden und das tun wir mit unserem Jubiläumsprogramm! Ganze 17 Tage lang, fünf Tage länger als üblich, führt uns, mitten im Heidelberger Winter, unsere Reise in den Süden und ans Mittelmeer. In die Gegenwart mit zahlreichen aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen, darunter viele aufregende Debüts junger Regisseur*innen, in neue Werke alter Hasen und Bekannter, und schließlich in die Vergangenheit mit einer kleinen Retrospektive, die einen Streifzug durch die letzten vier Jahrzehnte unserer Filmtage unternimmt. Einen kleinen Schwerpunkt bilden dabei dieses Jahr Filme aus Spanien und Italien und wir haben sogar ein paar leichtere Filme im Gepäck - zwischen den ernsten und eindringlichen Themen darf also gerne herzhaft gelacht werden.