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"Wilde Geschichte(n) 野史. Oder: Von der Macht der Stille(n)—Gedanken zur Politik in China"

Hybridveranstaltung Festvortrag zur Jahresfeier der Heidelberger Akademie der Wissenschaften Im chinesischen Kaisserreich unterschied man Geschichte in einer „rechten“, also orthodoxen 正史 zhengshi und einer „wilden“ Variante,  野史 yeshi. Der Herrscher allein bestimmte darüber. Die Aufgabe seiner Zensoren einerseits — der so genannten "reinen Beamten" qingguan  清官 — und des Volkes andererseits war es, in Text, Musik, und Kunst immer auch kritische Alternativen aufzuzeigen. Ein guter Herrscher zeichnete sich dadurch aus, dass er den „Weg der Rede“ 言路 für solche Ideen offen hielt — und also auch bereit war, Remonstrierende anzuhören. Wenn ein Herrscher dies nicht tat, war es "richtig, zu rebellieren" zaofan you li  造反有理, denn in einem solchen Fall hatte er sein "Mandat des Himmels" tianming  天命 verwirkt. Doch nicht alle hielten sich daran, und so brachte der Zensor gewöhnlich seinen eigenen Sarg zur Übergabe seiner Remonstrationsschrift mit, die Kunst andererseits, erging sich in möglichst obskuren Anspielungen oder nutzte Elemente des Nichts-Sagens, der Stille, um Kritik zu formulieren. Wie aktuell solche Gesten und Szenarien auch unter der Kommunistischen Partei Chinas heute sind, darum soll es in diesem Vortrag gehen.

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Alte Aula der Universität Heidelberg
Grabengasse 1
69117 HEIDELBERG
Deutschland

Webseite: www.hadw-bw.de/jahresfeier-2022

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