Ausstellungen


10. Dezember 2009 - 11. April 2010
Sonderausstellung:
"Nichts ist erledigt" Klaus Staeck: Frühe Plakate 1969 - 1989

Klaus Staeck lebt seit 1956 in Heidelberg und stellte hier 1960 erstmals aus. Bis heute umfasst sein Oeuvre etwa 300 Plakate, in der Regel Fotomontagen, deren bildliche Aussagen durch ironisch-satirische Slogans prononciert werden. Mit ihrer Schärfe und Treffsicherheit lösten seine Arbeiten insbesondere in den frühen Jahren mehrfach Eklats aus und zogen juristische Auseinandersetzungen nach sich. 41mal wurde erfolglos versucht, Plakate und Postkarten juristisch verbieten zu lassen.

Im Juli 2009 erhielt das Kurpfälzische Museum als „Sammlung Waltraut und Reinhold Zundel“ eine umfangreiche Schenkung des langjährigen Heidelberger Oberbürgermeisters. Exponate aus diesem Bestand werden nun im Wechselausstellungsraum des Hauses bis zum 11. April 2010 gezeigt. Von den zahlreichen Plakaten aus den Jahren 1969 bis 1984, die Bestandteil der Schenkung sind, werden die bekanntesten Arbeiten ausgestellt, komplettiert durch Plakate aus eigenem Bestand. Die Ausstellung behandelt Themen wie Umweltverschmutzung, Arbeitswelt, Soziales, Kunst, Dritte Welt, Friedenspolitik und Meinungsfreiheit. Erklärende Texte erläutern den jeweiligen zeitgeschichtlichen Hintergrund und begründen auch die Titelwahl: „Nichts ist erledigt“.


Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg, Telefon: 06221 - 5834000

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter www.museum-heidelberg.de



 


21. Februar - 6. Juni 2010
Cotton Worldwide - Baumwolle weltweit
Fotografien von Hans Peter Jost, Texte von Christina Kleineidam

Das Jahr 2009 wurde von der UNO zum Jahr der Naturfasern erklärt, und unter diesen ist die Baumwolle die Nummer Eins. Der Schweizer Fotograf Hans Peter Jost und die Journalistin Christina Kleineidam nahmen dies zum Anlass, um in einem Zeitraum von mehr als zwei Jahren sieben Länder zu bereisen, die zu den wichtigsten Baumwollproduzenten weltweit gehören: Brasilien, China, Indien, Mail, Tansania, USA und Usbekistan. Es entstand eine lesenswerte Publikation mit 220 Schwarzweiß-Fotografien und Reiseberichten aus diesen Ländern, erschienen bei Lars Müller Publishers (Baden/Schweiz).

Die Baumwolle gehört zu den wichtigsten und profitträchtigsten Rohstoffen, und ihre Herstellungskette umspannt die gesamte globalisierte Welt. Anbau und Verarbeitung gehen jedoch mit großen ökologischen und sozialen Problemen einher; hier manifestieren sich aufs Neue wirtschaftliche, soziale und politische Unterschiede zwischen den Industriestaaten und den sogenannten Entwicklungsländern. Während die Bauern in Europa und den USA Agrarsubventionen erhalten, um Missernten finanziell ausgleichen zu können, vermögen die Kleinbauern in der Dritten Welt kaum das notwendige Geld für Wasser, Dünger und Pestizide aufzubringen.

Hans Peter Jost hat all diese Facetten des Baumwollanbaus und der Baumwollverarbeitung in seinen Schwarzweißfotografien festgehalten, die trotz der Tristesse mancher Motive ein Genuss für das Auge sind. Zusammen mit den spannend zu lesenden Reiseberichten von Christina Kleineidam bieten sie einen Einblick in die ethnische, kulturelle und geografische Vielfalt der Welt der Baumwolle und machen die globalen Zusammenhänge vom Produzenten bis zum Konsumenten transparenter.

In der Ausstellung werden aus den bereisten Ländern jeweils acht Fotografien in der Größe 75 x 75 cm zu sehen sein, begleitet von Textauszügen aus dem Buch. Traditionelle und neue Baumwollstoffe und -Kleider sollen die Verwendung der Baumwolle in diesen Ländern veranschaulichen. Es ist ein attraktives Rahmenprogramm mit Vorträgen und Aktionen in Zusammenarbeit mit dem Agenda-Büro geplant.

Textilsammlung Max Berk - Kurpfälzisches Museum, Brahmsstraße 8, 69118 Heidelberg, Telefon: 06221 - 800 317

Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag 13.00 - 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter www.museum-heidelberg.de



 

27. Februar - 16. Mai 2010 (Eröffnung 26. Februar - 19.00 Uhr)
ARMIN LINKE

Algerien, Südkorea, Brasilien, Uzbekistan, Italien, Iran, Mexiko und Schweiz sind nur einige der über die ganze Welt verstreuten Orte, die in den Titeln von Armin Linkes Fotografien nüchtern aufgelistet sind. Es sind keine ganzen Serien von Bildern aus einem Ort, sondern lediglich einzelne verdichtete Bildkompositionen, die sich in ihrer Gesamtheit zu einem erstaunlichen Archiv der Globalisierung fügen.
Erstmals erhält der Besucher in Heidelberg in einer Ausstellung Zugang zu diesen beiden Facetten des Werks von Armin Linke. Neben den ausgestellten Abzügen des in Mailand geborenen, in Berlin lebenden, in Karlsruhe lehrenden und weltweit ausstellenden Fotografen kann der Betrachter in einer digitalen Version des Gesamtarchivs stöbern. Mit Hilfe einer kürzlich fertiggestellten Software kann man einzelne Bilder auswählen und diese zu einem Buch zusammenfügen, das auf Bestellung innerhalb von vierzehn Tagen zugestellt wird.

Heidelberger Kunstverein, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 12.00 -19.00 Uhr, Samstag - Sonntag 11.00 - 19.00 Uhr

Weitere Informationen unter www.hdkv.de



 

13. März - 16. Mai 2010 (Eröffnung 12. März- 19.00 Uhr)
TILMAN WENDLAND

Haben Räume eine ideologische Bedeutung? Aus einfachen Materialien hergestellt, Pappe, Holzleisten, Papier, scheinen die raumgreifenden
Installationen des Berliner Künstlers Tilman Wendland diese komplexe Frage nicht zu beantworten, sondern aufzuwerfen.
Wie auch für seine Ausstellung im Heidelberger Kunstverein nimmt Wendland fast immer Bezug auf den tatsächlichen sowie den ideellen Ausstellungsraum. Architektonische Elemente, seien es Fenstersprossen des Oberlichtes oder die Form einer Außenbeleuchtung, werden mit- und ineinander verschränkt. Die innere Gliederung einer jeweiligen Installation entwickelt sich aus einer vorsichtigen und zeitaufwendigen Annäherung an die konkrete, vorgegebene Situation. Wie die meisten Ausstellungsräume, in denen die Installationen zu sehen sind, sind auch diese selbst überwiegend weiß. Es ist, als ob sie wie eine Fortsetzung, eine Weiterentwicklung des Raumes erst Stück für Stück entstehen können.

Heidelberger Kunstverein, Hauptstraße 97, 69117 Heidelberg

Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 12.00 -19.00 Uhr, Samstag - Sonntag 11.00 - 19.00 Uhr

Weitere Informationen unter www.hdkv.de



 

14. März - 14. April 2010

contemporary aboriginal art - CHRISTIAN THOMPSON and others
Fotografie, Malerei, Video


In Zusammenarbeit mit dem Aboriginal Art Museum Utrecht und der Australischen Botschaft zeigt die Galerie p13 zeitgenössische Positionen der aboriginal art mit einem Schwerpunkt auf dem shooting star der diesjährigen Sydney Biennale, Christian Thompson. Das Utrechter Museum ist das einzige Museum in Europa, das sich mit den gegenwärtigen Entwicklungen der Kunst der australischen Ureinwohner auseinandersetzt.

Am 10.04. wird der Kurator des Aboriginal Art Museums Utrecht, Dr. George Petitjean, im Rahmen der Ausstellung einen Vortrag halten zum Thema 'aboriginal art today'.


galerie p 13, Pfaffengasse 13, 69117 Heidelberg

Öffnungszeiten: Dienstag - Samstag 11.00 - 13.00 Uhr und 14.30 - 19.00 Uhr

Weitere Informationen unter www.galerie-p13.de



 

18. März - 6. Juni 2010
HEIDELBERGER SKIZZEN

VALENTIN HAURI UND DIE SAMMLUNG PRINZHORN

Werke der Heidelberger Sammlung verführten den Züricher Künstler Valentin Hauri (* 1954) zu einer intensiven Annäherung. Seit Jahren erkundet er malend und zeichnend Werke des historischen Fundus. Für das Gemälde „Melitta“ nach einer Zeichnung von Melitta Arnold erhielt er 2009 den Preis des Aargauer Kunsthauses „Auswahl 09“. Die Bildfindungen Hauris sind stets ungegenständlich. Er geht bei seinen Reaktionen auf die Werke von jeweils charakteristischen Formkonstellationen aus. Auf deren Grundlage entwickelt er Abstraktionen, wobei er sich nur ungefähr an Komposition, Figuration und Farbe seiner ‚Vorlage’ orientiert. Manchmal spürt Hauri nur einem Detail nach, wie etwa einem Ausschnitt vom Jäckchen Agnes Richters. Diese Einschränkungen bedeuten für den Künstler allerdings zugleich eine Befreiung. Er kann sich leichter auf das rein Bildhafte der anregenden Werke konzentrieren. Hauri arbeitet wesentliche gestalterische und inhaltliche Züge der Vorlagenwerke heraus. So geht es ihm etwa beim Umsetzen der Szenen mit Beeinflussungsmaschinen von Jakob Mohr um die Konstellation der Strahlung im Raum. Die Ausstellung blickt gewissermaßen durch die Künstlerpersönlichkeit Valentin Hauri auf viele bekannte und weniger bekannte Werke der Sammlung Prinzhorn. Wir sehen sie mit ihm aufregend neu.


Zusätzlich die Kabinettausstellung:

Bilder einer Zwangssterilisierung
Wilhelm Werner (1898-1940)

Ende 2008 konnte die Sammlung Prinzhorn mit Hilfe der Brass-Stiftung eine einzigartige Bildserie erwerben. Der Autor Wilhelm Werner (1898-1940) lebte seit 1919 in der Anstalt Werneck. Der Überlieferung nach zeichnete er die Blätter zwischen 1934 und 1938 nach seiner Zwangssterilisierung. Die Erfahrung des entwürdigenden Eingriffs setzte er in beeindruckend phantasievolle und eigenständige Bilder um. Zwei Jahre später wurde Werner Opfer der NS-“Euthanasie“.

Weiter werden Werke von Patientenkünstlern der Sammlung gezeigt, die zwischen 1940 und 1945 ebenfalls als „lebensunwert“ ermordet wurden.


Sammlung Prinzhorn, Voßstraße 2, 69115 Heidelberg, Telefon: 06221 - 564492

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag 11.00 - 17.00 Uhr, Mittwoch 11.00 - 20.00 Uhr, Montag geschlossen

Weitere Informationen unter www.prinzhorn.uni-hd.de